Györgi Ligeti: Le
Grand Macabre Ligetis Le Grand Macabre, 1978 in Stockholm uraufgeführt, ist eines der umstrittensten und doch erfolgreichsten Stücke neuen Musiktheaters. Es beginnt mit einer Autohupen-Ouvertüre, stellt Slapstick und Improvisiertes neben komplexe Reihenstrukturen und Clusterbildungen und schreckt nicht vor lustvoll geäußerten Derbheiten zurück. Die respektlos-groteske Persiflage eines Jüngsten Gerichtes in einem imaginären »Breughelland« steckt voller Absurditäten. Akrobatische Belcanto-Anspielungen haben ebenso ihren Platz wie ein instrumental-vokales Kontinuum und Sprechgesang. Ligeti bekannte daß er bei der Entstehung »hinsichtlich der realen (und oft enttäuschend groben) Bedingungen des Opernbetriebes ziemlich naiv gewesen sei«. Deshalb überarbeitete er 1997 sein Opus. Ob diese Fassung wirklich theaterwirksamer ist als die rotzfreche Erstfassung, sei dahingestellt. Mit dem abwägenden Walten des erfahrenen Komponisten wurde dem Macabre einiges von seinem spontanen, chaotischen Trash-Charakter ausgetrieben. Musikalisch ist das Stück zweifellos prägnanter geworden. Für den Hörer zumindest ist dies ein Gewinn, vor allem bei einem exzellenten Ensemble und einem intelligenten Dirigenten, wie in der vorliegenden Aufnahme. |
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